Montag, 30. November 2015

Sicherheit auf Reisen


Vor unserer Reise gab es von allen Seiten große Sicherheitsbedenken: "Mittel- und Südamerika? Das ist doch viel zu gefährlich. Dort ist ein Menschenleben keine 100 EUR wert." Und auch ich war auf einen Raubüberfall eingestellt. Keinen einfachen Taschendiebstahl, sondern so richtig. Mit Messer oder sogar Knarre alle Wertgegenstände ergaunern. Und wenn das nicht, dann vielleicht ein aufgebrochendes Hostelzimmer, ein leeres Schließfach im Schlafsaal, irgendetwas.


Und nun nach 33 Wochen können wir ein Resumee ziehen: Alle diese Vorstellungen sind glücklicherweise ausgeblieben. Wir wurden nicht ausgeraubt. Natürlich gab es den ein oder anderen kleinen Diebstahl. Da kam auf einer Busfahrt mal ein Pulli weg oder nach der Wäscherei fehlte ein Tshirt. In einem Hostel wurde ein gutes Reisehandtuch, das zum Trocknen aufhing in weniger als einer Stunde entwendet und eine Stirnlampe war irgendwann nicht mehr auffindbar. Kleinigkeiten.

Das liegt allerdings nicht daran, dass die Länder nun tatsächlich sehr sicher sind. Wir haben den ein oder anderen Traveller kennengelernt, dem es nicht ganz so gut erging. Im Nachtbus wurde der Laptop und 200 USD aus dem Rucksack gestohlen oder jemand anderes wurde sogar dreimal in verschiedenen Hostels beklaut.


Ein Grund, warum es uns nicht erwischt hat, waren sicherlich ein sehr wachsames Auge (seltsame Leute wurden fixiert und genau beobachtet) und die ein oder andere Sicherheitsvorkehrung:

1. Vor der Reise habe ich in alle Hosen eine kleine Innentasche mit Klettverschluss eingenäht, in die Geld und Kreditkarten gesteckt werden konnte. 

2. Thomas hat einen Reisegeldbeutel gekauft, der am Gürtel befestigt wird und dann auch innen in der Hose hängt.

3. Ich habe mir zwei verschiedene BH-Geldbeutel genäht (in schwarz und weiß), in die Geld und Kreditkarten passen

4. Wir haben uns einen Packsafe (5l) gekauft und unsere Wertsachen in Nachtbussen an unseren Füßen angeschlossen und in den Hostels immer angeschlossen. Wer natürlich spezielles Werkzeug dabei hat, kann diesen aufschneiden, allerdings ist dies selten der Fall. 

5. Wir haben immer nur kleine Mengen Bargeld abgehoben, denn mit der VISA-Kreditkarte der DKB zahlt man dafür keine Gebühren (allerdings immer prüfen, ob dennnoch welche abgebucht wurden und diese dann zurückfordern)

6. Wir haben nie auffälligen Schmuck oder teure Klamotten getragen und in unsicheren Gegenden unsere Kamera nicht offen gezeigt.

7. Thomas hat immer das Regencover über seinen Rucksack gezogen, sodass die Hürde einen Reisverschluss zu öffnen oder zu wissen, wo das Messer anzusetzen ist, größer ist

8. In Bussen nichts in die Gepäckfächer über den Sitzen gestellt oder unter den Sitz, wenn dieser von hinten zugänglich war.


Und trotzdem wissen wir, dass natürlich auch noch ein kleines bisschen Glück dazu gehört :)

Aber jeder der nach Mittel- und Südamerika reisen möchte, sollte sich nicht von panischen Angstaussagen abhalten lassen, vor allem wenn diese von Leuten kommen, die noch nie dort waren. Dennoch sollte man sich der Gefahr bewusst sein, denn so kann sie am Besten vermieden werden.

Fest angeschlossen im Hostelzimmer

Auf den ersten Blick nichts zu sehen 

Eingenähte Täschchen in den Hosen 


Versteckter BH-Geldbeutel 

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